Begriffe aus der Pharmakologie

Wirkstoffquelle

Es gibt verschiedene natürliche Wirkstoffquellen. Dabei handelt es sich meistens um Organismen, die diesen Wirkstoff verwendet haben, um einen evolutionären Vorteil zu erlangen.

  1. Pilze:                    Penicillin, Muskarin, Aflatoxin

  2. Bakterien              Streptomycin

  3. Pflanzen               Atropin, Nikotin, Koffein

  4. Tiere                     Curare, Insulin

Neben den natürlichen Quellen können Wirkstoffe auch synthetisch oder gentechnisch hergestellt werden.

Screening

Screenings sind unverzichtbar bei einer Arzneimittelentwicklung. Dabei handelt es sich im großen Maßstab angelegte Testreihen, bei denen direkt mehrere Wirkstoffe auf ihre Wirksamkeit getestet werden. Dadurch können direkt die Wirkstoffe, mit der besten Aktivität selektiert werden und für die späteren, teureren Tests verwendet werden.

Tierversuche

Tierversuche sind in der Arzneimittelentwicklung gesetzlich vorgeschrieben. Die Tierversuche unterliegen jedoch strengen Auflagen und dürfen nicht gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Tierversuche müssen zudem genehmigt werden und dürfen nur von Personal durchgeführt werden, die darin ausgebildet sind.

Ersatzmethoden

Um Tierversuche zu reduzieren werden Ersatzmethoden eingesetzt. Diese können Tierversuche aktuell jedoch noch nicht komplett ersetzen.

AMES-Test

Der AMES-Test ist ein Nachweisverfahren, um Mutagene zu identifizieren. Bakterien, die die Aminosäure Histidin nicht mehr synthetisieren können, werden auf einen Nährboden ausplattiert, in dem diese Aminosäure auch nicht vorkommt. Auf das Medium wird dann auch die Testsubstanz gegeben. Es gibt eine Kontrollgruppe, die der Substanz nicht ausgesetzt ist. Man vergleicht nun die Anzahl der Kolonien auf beiden Platten. Sind auf der Platte, die der Testsubstanz ausgesetzt sind, mehr Kolonien ist davon auszugehen, dass die Substanz mutagen ist.

Kanzerogenitätstest

Bei Kanzerogenitätstest wird getestet wie krebserregend eine Substanz ist. Dabei gibt es eine chronische Toxizität und eine akute Toxizität. Bei der chronischen Toxizität wird eine Substanz über einen längeren Zeitraum appliziert und dann ihre Auswirkung untersucht. Bei der akuten Toxizität wird die Auswirkung der Testsubstanz nach einmaliger Applikation untersucht.

HET-CAM-Test

Der Hühnerei-Test an der Chorion-Allantois-Membran ist ein Test für die Schleimhautverträglichkeit einer Substanz. Die CA-Membran ist die Aderhaut eines Eies. Wenn es bei Applikation der Substanz auf die Membran zu Blutungen oder Veränderungen der Gefäße kommt wird eine reizende Wirkung der Substanz festgestellt.

LAL-Test

Der Limulus-Amoebozyten-Lysat- Test ist ein Pyrogenitätstest. Pyrogene sind alle Substanzen, die eine fiebererregende Wirkung im Körper hervorrufen. Durch diesen Test konnten Versuche an Kaninchen reduziert werden. Dafür wird jedoch eine große Menge an Blut des Pfeilschwanzkrebses für die Herstellung der Tiere verwendet. Aus den Blutzellen wird dann das Lysat gewonnen. Die Prüfsubstanz kommt in direkten Kontakt mit dem Lysat. Kommt es dabei zu einer Koagulation des Blutes enthält die Substanz Pyrogene.

Klinische Studien

Präklinik:

Die Präklinik umfasst alle Methoden, die nicht am oder im Menschen stattfinden. Die Präklinik findet also in Tierversuchen statt oder es werden Alternativmethoden eingesetzt.

Klinische Phase I:

  1. 20-80 gesunde Testpersonen mittleren Alters

  2. Eine Dauer von Wochen bis Monaten

  3. Getestet werden soll die Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Verträglichkeit und Sicherheit

Klinische Phase II:

  1. 50-200 Testpersonen, mit Indikation, die behandelt werden soll

  2. Monate

  3. In der Klinischen Phase IIa soll das Therapiekonzept überprüft werden. In der klinischen Phase IIb wird nach einer geeigneten Dosis gesucht, bei der die positiven Effekte der Therapie erhalten bleiben sollen.

Klinische Phase III:

  1. 200-10000 Testpersonen mit der Indikation, die behandelt werden soll.

  2. Monate

  3. In der Phase IIIa soll ein signifikanter Wirksamkeitsnachweis erfolgen. Nach der Marktzulassung des Medikaments wird es zur Phase IIIb.

Weiterführende Literatur

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